Gründung

Am 02. Juli 1931 entschlossen sich 12 Männer, die dem Wassersport bereits verbunden waren, auf dem Gelände am Toten Arm der Trave einen Verein zu gründen. Sie nannten ihn „Schwartauer Wassersport-Verein“.

Man darf getrost sagen, dass es sich um einen Kleinboot-Verein handelte, vorhanden waren wenige Jollen und ein Motorboot. Bereits im Herbst des Gründungsjahres konnte auf dem Gelände eine ehemalige Baubude errichtet werden, die notdürftig als Unterkunft diente und das Zubehör aufnahm.

Der erste Vorstand bestand aus August Lampe, 1. Vorsitzender, Rudolf Lagemann, Kassierer und Klaus Johannsen, Schriftführer.

Trotz der damaligen schlechten Zeiten entwickelte sich der Verein lebhaft. Schon gegen Ende des Jahres 1933 waren 35 Mitglieder zu verzeichnen, darunter 8 Jugendliche. Die Flotte war bereits auf 10 Segelyachten, 6 Motorboote, 6 Paddelboote und 1 Ruderboot angewachsen, schon damals war die Entwicklung zu einem reinen Segelsportverein erkennbar.

Die Vergrößerung des Vereins machte im Jahr 1934 die Errichtung einer Bootshalle in der Größe von 10 x 7 m erforderlich. Hiermit war die Möglichkeit gegeben, erstmalig ein Winterlager den Mitgliedern des Vereins anzubieten. Schon im Jahr 1936 hatte sich die Lage soweit entwickelt, dass Regatten auf der Trave und der Lübecker Bucht beschickt wurden und Kontakte zu den befreundeten Segler-Vereinen Lübecks bestanden. 1937 trat der Schwartauer Wassersport-Verein dem Deutschen Segler-Verband bei.

In der Hauptsache wurde, wie auch heute, Fahrtensegeln betrieben. Allerdings auf küstennahen Gewässern, überwiegend mit offenen Booten. Fahrtziele wie Fehmarn, Boltenhagen oder Wismar waren beachtliche Leistungen. In diesen Jahren entwickelte sich auch im Bootsbestand eine qualitative Veränderung. Man ging von den offenen Jollen über auf Kielkreuzer, die zum Teil von den Mitgliedern in Eigenarbeit erstellt wurden.

6 Jahre später

Schon 6 Jahre nach der Gründung war der Mitgliederbestand auf 54 angewachsen. Im Dezember 1938 übernahm Helmut Schilbach den Vorsitz des Vereins. Unter seiner Leitung wurde das Bootshaus vergrößert und mit Hilfe der örtlichen Pioniere eine Brückenanlage geschaffen. Helmut Schilbach hat dem Verein vorgestanden bis zum Jahre 1965 mit Unterbrechungen durch die Kriegs- und Nachkriegsjahre.

Die Kriegsjahre brachten natürlich eine erhebliche Beeinträchtigung des Vereinslebens, Einberufungen zur Wehrmacht waren die Regel und schließlich musste der Verein den Verlust von vielen gefallenen Mitgliedern vermerken. Die folgende Zeit nach 1945 war nicht nur allgemein eine unsichere und turbulente, sondern wirkte sich auch auf dem Schwartauer Wassersport-Verein aus. Boote und Anlagen mussten gegen Diebe und teilweise gegen Besatzungssoldaten verteidigt werden. Es wurde in den ersten Nachkriegsjahren ein ständiger Wachdienst eingerichtet.

Kriegsende

Aber schon in den Jahren 1946 und 1947 wurde ein bescheidener Sportbetrieb wieder aufgenommen. Nachdem die Besatzungsmächte auch ein Befahren der Lübecker Bucht und später der weiteren Ostsee erlaubten, kam das Fahrtensegeln nach Dänemark und Schweden bereits zu seinem Recht. 1947 schon wurde mit dem Unterricht der Jugend begonnen.

Der Verein wuchs weiter, Ende 1949 waren 31 Segel- und 3 Motorboote gemeldet. Eine zusätzliche Winterlagerhalle und eine Messe entstanden 1950 und 1951. Im Jahr 1956 ging ein langgehegter Wunsch in Erfüllung, die Benutzung einer eigenen Anlegebrücke in Travemünde. Vereinsgeschichte schrieb ab 1955 das erste Jugendboot, die Ausgleichsjolle Seeteufel.

Die Entwicklung zum Segeln schritt weiter fort. Zum 25-jährigen Jubiläum 1956 hatte der Verein bereits ein Gelände von 2.000 Qm mit einer befestigten Uferlinie von 150 m und 600 Qm bebauter Fläche. 80 Mitglieder besaßen 18 Kielkreuzer, 1 Kielschwertkreuzer, 2 Jollenkreuzer, 6 Jollen, 1 Motorboot, 7 Paddelboote und 9 andere, zum Teil segelbare Kleinboote.

Namensänderung

Die Interessen hatten sich weiter zum Segeln verlagert, vor allem an der Küste und auf See. Aus dieser Entwicklung wurde im Jahr 1958 eine Änderung des Namens auf „Schwartauer Segler-Verein e.V.“ beschlossen. Ein neuer Stander, unser jetziger, wurde eingeführt. 1959 konnte die erste Slipanlage in Betrieb genommen werden.

Ab 1965 war Martin Arends 1. Vorsitzender, 1969 wurde Horst Scheel gewählt. Er veranlasste den Umbau der Messe, die Sanierung des Mittelschuppens und das Schlagen von Heckpfählen an der Brücke im Jahr 1970.

Der eigene Kran

Die größte Änderung ergab sich im Bootstransport durch die Aufstellung eines 10-to-Krans, der fortan das Ein- und Auslagern über ein Palettensystem und eigene Bootstransportwagen ermöglichte. Schon nach 2 Jahren konnte der aufwendige Bootstransport über die Slipanlagen und das risikoreiche Versetzten von Hand beendet werden.

Zur weiteren erfolgreichen Tätigkeit von Horst Scheel als 1. Vorsitzender kamen in den jüngeren Jahren 2 mal Erweiterungen des Winterlagergeländes, der Abschluss eines Erbbaurechtsvertrages über das Vereinsgelände, die Verlängerung der Brücke in Richtung Travemünde, Erneuerung der Spundwand im Kranbereich und die Erneuerung der kompletten Brückenanlage.

Nach 32 Jahren als erster Vorsitzender wurde Horst Scheel zum Ehrenmitglied des Schwartauer Segler-Vereins e.V. ernannt und übergab das Amt des 1. Vorsitzenden an Henning Beck.

Das neue Transportsystem

In den letzten Jahren erfolgte die Einführung eines neuen Transportsystems für die Boote mit standardisierten Transportböcken („Paletten“) und einem hydraulischen Transportwagen. Der Bootstransport wurde wesentlich schneller und sicherer. Im Jahr 2006, rechtzeitig zum 75-jährigen Jubiläum des Schwartauer Segler-Vereins e.V., erstellte der SSV neue Jugendräume und erneuerte die Sanitäranlagen mit Duschen. „75 Jahre SSV“ wurde mit einem großen Hafenfest in alter Tradition mit vielen Gästen gefeiert.

Henning Beck wurde 2007 zum Ehrenvorsitzenden ernannt, 1. Vorsitzender des SSV wurde Martin Kühl.